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Forscher bringen Saturn zum Glimmen

6. Oktober 2006 10:43

Durch ein optisches “Fenster” haben amerikanische Forscher einen tiefen Blick in die Atmosphäre des Saturn werfen können. Ihre Beobachtungen im Infrarotbereich zeigen tief liegende Wolkenbänder, deren Silhouetten sich vor der Wärmestrahlung aus dem Inneren des Planeten abzeichnen.

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Die Nachtseite des Saturn scheint unter den Wolkenbändern förmlich zu glimmen. Die Ringe in der Äquatorebene erscheinen als dünner Strich, ihr Schatten zeichnet sich dagegen auf der Nordhalbkugel des Planeten ab. Bild: NASA/JPL/University of Arizona

Das Prinzip sei das gleiche wie bei einer Laterne aus schwarzer Pappe und buntem Transparentpapier, so das kalifornische Jet Propulsion Laboratory in einer Mitteilung: Im Licht der Wärmequelle im Innern des Saturn offenbare sich ein erstaunliches Maß an Aktivität unter dem äußeren Dunstschleier.

Robert Brown von der University of Arizona und sein Team erstellten das neue Bild aus Daten der Sonde Cassini. Während diese im Februar 2006 über dem Äquator des Saturn stand, hatte ihr Visual and Infrared Mapping Spectrometer (VIMS) den Planeten gleichzeitig bei mehreren Hundert verschiedenen Wellenlängen beobachtet. In diesem Fall kombinierten die Forscher Aufnahmen bei etwa 5 Mikrometern Wellenlänge, die die Wärmestrahlung aus dem Planeteninnern zeigen, mit Aufnahmen der äußeren Wolkenschicht bei anderen Wellenlängen. Auf dem resultierenden Bild scheint der Saturn unter seinem Schleier förmlich zu glühen.

Bemerkenswert seien nicht nur die vielfältigen Formen und Größen der Wolken, so die Forscher. Auch zeige das stärkere Glimmen der nördlichen Hemisphäre, dass Dunst und Wolken dort dünner seien als über der südlichen. Möglicherweise handle es sich hierbei um einen jahreszeitlichen Effekt. In diesem Fall sollte sich die Situation umkehren, wenn in den kommenden Jahren der Frühling auf der Nordhalbkugel des Saturn Einzug hält.

Forschung: Robert H. Brown und andere, Lunar and Planetary Laboratory, University of Arizona, Tucson

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