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Gute Sportlerinnen haben kurze Zeigefinger

28. September 2006 |

Quelle: Photocase.com Die Hände einer Frau geben Hinweise auf ihr sportliches Potenzial. Entsprechende Resultate präsentieren Londoner Forscher im “British Journal of Sports Medicine”. Gemessen an der Länge des Ringfingers, weisen Spitzensportlerinnen demnach deutlich kürzere Zeigefinger auf als solche Frauen, die es höchstens bis in die Schulmannschaft gebracht haben.

“Die Aufklärung der Mechanismen, die dieser Verbindung zugrunde liegen, könnte unser Wissen um körperliche Fitness, Gesundheit und Krankheit erweitern”, schreiben Tim Spector vom St. Thomas’ Hospital und seine Kollegen. Ihrer Ansicht nach ist es durchaus denkbar, dass die Fingerlängen einmal bei der Auswahl förderungswürdiger Nachwuchssportler eingesetzt werden.

Seit langem ist bekannt, dass das Verhältnis der Längen von Zeige- und Ringfinger bei Männern und Frauen unterschiedlich ist. Vermutlich wird es bereits im Mutterleib festgelegt und hängt neben dem Erbgut des Fötus auch von der hormonellen Umgebung in der Gebärmutter ab. Mehrere Studien hatten Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen dem Längenverhältnis und so unterschiedlichen Zügen wie Musikalität, Krebsanfälligkeit und sexueller Orientierung erbracht. Die meisten dieser Arbeiten waren jedoch an kleinen Gruppen von Männern durchgeführt worden.

Spector und Kollegen vermaßen Hand-Röntgenaufnahmen von 607 Teilnehmerinnen einer großen Zwillingsstudie. Die Frauen im Alter von 25 bis 79 Jahren hatten zudem angegeben, wie weit sie es in elf Sportarten gebracht hatten: Sechs von ihnen hatten schon einmal an nationalen Wettkämpfen und 21 immerhin an Kreismeisterschaften teilgenommen. Das Gros war jedoch niemals über die sportliche Betätigung im Bekanntenkreis hinausgekommen.

Bei gemeinsamer Analyse aller Sportarten und bei der Betrachtung des Laufsports fanden die Forscher einen statistisch eindeutigen Zusammenhang: Je weiter es die Frauen gebracht hatten, desto kürzer war ihr Zeigefinger im Verhältnis zum Ringfinger. Ähnliche Trends ergaben sich auch für die übrigen Sportarten mit Ausnahme von Turnen, Cricket und Kampfsport.

Forschung: Simon N. Paul und Tim D. Spector, Twin Research and Genetic Epidemiology Unit, St. Thomas’ Hospital, London; und andere; Veröffentlichung im “British Journal of Sports Medicine”, 28. September 2006, DOI 10.1136/bjsm.2006.027193

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