Geld steigert Wohlbefinden
19. September 2006 |
Geld allein macht bekanntlich nicht glücklich. Aber schon ein mittelschwerer Batzen hilft, haben zwei englische Ökonomen ermittelt. Gewinner moderater Lotteriepreise erfreuen sich demnach eines besseren Wohlbefindens als Personen, die niemals oder nur kleine Beträge gewonnen haben.
Erstaunlicherweise braucht es jedoch einige Zeit, bis sich der Effekt einstellt, berichten Jonathan Gardner von der Firma Watson Wyatt und Andrew Oswald von der University of Warwick im “Journal of Health Economics”. Diese Verzögerung könnte darauf zurückzuführen sein, dass der Gewinn vorübergehend Unruhe in das Leben der Gewinner bringe, erklärt Oswald. “Plausibler ist jedoch die Annahme, dass der Geldregen zunächst gespart und erst später ausgegeben wird.”
Gardner und Oswald analysierten Daten aus einer Studie in 5.000 britischen Haushalten, deren erwachsene Mitglieder jährlich Auskunft über ihre Lebensumstände und ihr Befinden gegeben hatten. In den Jahren 1996 bis 2003 hatten die Teilnehmer 4.822 Gewinne von höchstens 999 Pfund (knapp 1.500 Euro) und 137 Gewinne zwischen 1.000 und 120.000 Pfund (knapp 180.000 Euro) eingestrichen.
Die Gewinner kleinerer Beträge waren in den Jahren nach dem Gewinn nicht weniger sorgenfrei als die Nicht-Gewinner, fanden die Forscher. Auf einer “Sorgen-Skala” von 0 bis 36 Punkten schnitten die Gewinner mittelgroßer Summen dagegen 1,4 Punkte besser ab - allerdings erst zwei Jahre nach dem Gewinn.
Ob mit der Zeit wiederum eine Gewöhnung an den unerhofften Reichtum einsetze, sei derzeit noch unklar, so Gardner und Oswald. “Diese Möglichkeit ist jedoch so bedeutend, dass sie in künftigen Studien untersucht werden sollte.”
Forschung: Jonathan Gardner, Watson Wyatt Worldwide, Surrey, und Andrew J. Oswald, Department of Economics, University of Warwick, Coventry; Veröffentlichung “Journal of Health Economics”, DOI 10.1016/j.jhealeco.2006.08.004
WWW:
Department of Economics, University of Warwick
British Household Panel Survey
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