Neue Funde in der “Artenfabrik” des Meeres
18. September 2006 14:34
Mehrere Dutzend neue Tierarten haben Forscher im Meer vor der Insel Neuguinea entdeckt. Zu den über 50 neuen Arten gehören exhibitionistisch veranlagte Lippfische, auf ihren Flossen stelzende Bambushaie, Fangschreckenkrebse und mehrere Riffkorallen.
Mark Erdmann von der Naturschutzorganisation Conservation International und seine Kollegen entdeckten die neuen Spezies im Rahmen zweier Forschungsfahrten vor der Halbinsel im Westen Neuguineas, zur indonesischen Provinz Papua gehörig. “Die Papua-Riffe sind im wahrsten Sinne des Wortes ‘Artenfabriken’, die unsere besondere Aufmerksamkeit erfordern”, so der Forscher. Die Region trage dazu bei, die Artenvielfalt in anderen Meeresgebieten im Westpazifik zu erhalten.
Das untersuchte Gebiet gehört zum pazifischen Korallendreieck zwischen Indonesien, den Philippinen und Neuguinea. Dort lebten insgesamt mehr als 1.200 Fischarten und fast 600 Arten von riffbildenden Steinkorallen, so Erdmann weiter. Auf Flächen von der Größe zweier Fußballfelder seien mehr Arten zu finden als im gesamten karibischen Meer, darunter auch Pottwale, mehrere Delfinarten und Lederschildkröten.
Ernsthaft bedroht werde die Vielfalt unter Wasser allerdings durch Dynamit- und Cyanidfischerei sowie Entwaldung und Bergbau auf dem angrenzenden Land. “Wir sind sehr besorgt über die möglichen Folgen, die die geplante Ausweitung der kommerziellen Fischerei in der Region haben könnte”, erklärt Erdmann. Bislang seien erst 11 Prozent des Meeresgebiets unter Schutz gestellt worden.
Forschung: Mark Erdman und andere, Indonesian Marine Program, Conservation International, Washington, D.C.; und andere
WWW:
Conservation International
Protecting the Heart of the Coral Triangle
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