Speiseöl gegen Bodenschadstoffe
Donnerstag, 14. September 2006, 15:59 • Rubrik Chemie, Klima, Umwelt.
Ein Grundsatz der Chemie lautet, dass sich Gleiches in Gleichem löst. Eben diesen Effekt wollen amerikanische Geologen gegen hartnäckige Schadstoffe im Boden einsetzen. Indem sie Speiseöl in das Erdreich pumpen, wollen sie fettlösliche Schadstoffe aus dem Grundwasser fernhalten.

In den Untergrund gepumptes Speiseöl soll Schadstoffe binden und ihren Abbau beschleunigen. Foto: Clemson University
Gleichzeitig sollen auf diese Weise Mikroben zum Abbau der Verbindungen ermuntert werden, erklärt Larry Murdoch von der Clemson University, der Leiter des Forschungsprojekts. “Das Speiseöl schafft günstige Bedingungen für diese Mikroorganismen, sodass sie sich vermehren und die Schadstoffe finden und abbauen können.” Besonders wirksam könne die Methode im Falle chlorierter Kohlenwasserstoffe sein, einer bedeutenden Schadstoffklasse in Boden und Grundwasser.
Murdoch und seine Kollegen haben bereits mit einem entsprechenden Versuch begonnen. Auf dem mit Lösungsmitteln und anderen Schadstoffen kontaminierten Gelände einer Wiederaufarbeitungsanlage für Kernbrennstoffe, der Savannah River Site des US-Energieministeriums, pumpten sie Speiseöl gleich fassweise in den Untergrund.
Die Forscher hoffen, dass sich das Öl in Form feiner Tröpfchen im Untergrund verteilt, dort fettlösliche Schadstoffe bindet und sie – nahrhaft verpackt – auf solche Verbindungen spezialisierten Mikroben präsentiert. Tatsächlich sei die von dem Boden ausgedünstete Menge an Lösungsmitteln seit Beginn des Versuchs gesunken, so Murdoch.
Forschung: Larry C. Murdoch, Department of Geological Sciences, Clemson University, Clemson, South Carolina; und andere
WWW:
Homepage Larry Murdoch
Savannah River Site
Bioremediation
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