Auch Asteroiden altern
Mittwoch, 6. September 2006, 19:05 • Rubrik Astronomie.
Der Zahn der Zeit nagt nicht nur am menschlichen Antlitz, sondern auch an der Oberfläche von Asteroiden. Für diese Ansicht sprechen Beobachtungen der japanischen Asteroidensonde Hayabusa. Deren Zielobjekt weist regelrechte Altersflecken auf – Regionen mit offenbar besonders stark verwittertem Material.

Hayabusa blickt auf Itokawa. Pfeil und Box markieren den Übergang von dunklem, “rötlichem” in helles, “bläuliches” Terrain. Bild: Takahiro Hiroi
Dieses Resultat könnte ein Rätsel um die Herkunft der Meteoriten klären helfen, schreiben Takahiro Hiroi von der Brown University und seine japanischen und amerikanischen Kollegen im Magazin “Nature”. Meteoriten sind Bruchstücke von Asteroiden, die auf die Erde gefallen sind. Für den häufigsten Meteoriten-Typ, die gewöhnlichen Chondriten, scheint es jedoch nur wenige passende Mutterkörper im Asteroidengürtel zu geben.
Hiroi und Kollegen analysierten Daten, die die Sonde Hayabusa nach ihrer Ankunft bei dem Asteroiden Itokawa im September letzten Jahres gesammelt hatte. Ihre Bilder zeigen eine knollenförmige, gut 550 Meter lange “Geröllhalde” mit unterschiedlich hellen und unterschiedlich gefärbten Oberflächenregionen. Die Forscher konnten nun mehr über diese Unterschiede in Erfahrung bringen, indem sie die Messungen des Nahinfrarot-Spektrometers der leicht orientierungslosen Sonde mit den Kameraaufnahmen in Deckung brachten.
Trotz ihres unterschiedlichen Erscheinungsbildes sind beide Regionen demnach von jenem Silikatmaterial bedeckt, aus dem auch gewöhnliche Chondriten bestehen. Die dunklen, “rötlichen” Regionen enthalten jedoch deutlich mehr feinste Eisenpartikel als die hellen, “bläulichen” Regionen. Hiroi und Kollegen gehen davon aus, dass dieser Unterschied eine unterschiedlich starke Veränderung des Oberflächenmaterials durch Strahlung und Einschläge widerspiegelt. Und diese Weltraum-Verwitterung könne letztlich auch erklären, warum viele Asteroiden nicht so aussähen, wie man es anhand ihrer Meteoriten erwarte, schließen die Forscher.
Forschung: Takahiro Hiroi, Department of Geological Sciences, Brown University, Providence, Rhode Island; Masanao Abe, Institute of Space and Astronautical Sciences, Japan Aerospace Exploration Agency, Kanagawa; und andere; Veröffentlichung in “Nature”, Vol. 443, 7. September 2006, pp 56-8, DOI 10.1038/nature05073
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