Posted in: Paläontologie 5. September 2006 07:00 Weiter lesen →

Goldene Zeiten für Dinosaurier-Jäger

Erst im 19. Jahrhundert wurden die Dinosaurier als eigenständige Gruppe erkannt. Und auch heute hat die Erforschung der urzeitlichen Echsen ihre besten Zeiten noch vor sich, sind zwei amerikanische Wissenschaftler überzeugt. Ihrer Schätzung zufolge, kommen auf jede der 527 heute bekannten Dinosaurier-Gattungen mehr als zwei, die noch der Entdeckung harren.

“Ein Kind, das heute geboren wird, könnte sicherlich einer sehr ergiebigen Karriere in der Dinosaurier-Paläontologie entgegenblicken”, ist Peter Dodson von der University of Pennsylvania überzeugt. Derzeit seien lediglich 29 Prozent der als Fossilien erhaltenen Vielfalt bekannt, schreiben der Forscher und sein Kollege Steve Wang vom Swarthmore College im Fachblatt “Proceedings of the National Academy of Sciences”.

Noch vor 15 Jahren hatte Dodson die entdeckbare Dinosaurier-Vielfalt auf rund 1.200 Gattungen geschätzt. Seitdem hat sich die Rate der Neuentdeckungen jedoch deutlich erhöht – von knapp sechs auf beinahe 15 Gattungen pro Jahr. Die aktuelle Analyse geht von etwa 1.850 Gattungen aus und spricht zudem gegen die Annahme, die Dinosaurier hätten ihre Blütezeit zum Zeitpunkt des Meteoriten-Einschlags am Ende der Kreidezeit bereits hinter sich gehabt.

Von vielen Dinosaurier-Gattungen sind höchstens zehn Individuen bekannt, teils sogar nur wenige versteinerte Knochen eines einzigen Tieres. Wang und Dodson nutzen diese “seltenen” Gattungen und die Verteilung der Individuenzahlen darin, um anhand dieses Ausschnitts der Vielfalt auf das Gesamtbild zu schließen.

Das Schätzverfahren habe einige Schwächen, räumen die Forscher ein. Beispielsweise gehe es von einer annähernd konstanten Entdeckungsrate aus. Tatsächlich steige die Zahl der beschriebenen Gattungen jedoch sprungweise, wenn beispielsweise besonders ergiebige Lagerstätten entdeckt würden. “Ich würde niemals behaupten, dass diese Vorhersage das letzte Wort in Sachen Dinosaurier-Diversität ist”, betont Dodson. “Dies ist die beste Schätzung, die wir anhand der verfügbaren Daten anstellen können.”

Forschung: Steve C. Wang, Department of Mathematics and Statistics, Swarthmore College, Swarthmore, Pennsylvania, und Peter Dodson, School of Veterinary Medicine und Department of Earth and Environmental Science, University of Pennsylvania; Veröffentlichung in PNAS, DOI 10.1073/pnas.0606028103

WWW:
Homepage Steve Wang
Homepage Peter Dodson
The Dinosauria
Ablauf der Evolution: Das Mesozoikum
Dinosaurier.org

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