Klimawandel erwärmt Nordsee
30. August 2006 |
Die Nordsee wird immer wärmer. Das bestätigen neue Messungen Hamburger Ozeanographen. Mit Wassertemperaturen um 1,7 Grad Celsius über dem Durchschnitt fanden sie bei ihrer jüngsten Forschungsfahrt erneut eine rekordverdächtig “aufgeheizte” Nordsee vor.
Der Beginn des Klimawandels sei auch für die Nordsee nicht mehr von der Hand zu weisen, erklärte Gerd Becker vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) bei der Rückkehr des Forschungsschiffes Gauß in ihren Heimathafen. Als Folge werde sich der Lebensraum Nordsee langsam, aber spürbar verändern.
Zwar wechselten sich in der Nordsee Warm- und Kaltperioden alle acht bis zwölf Jahre ab, so Becker weiter. Die gegenwärtige intensive Warmphase halte jedoch bereits seit 1988 an. Auch die neuen Messungen zeigen keine Abkühlung an: Im Gegenteil war der aktuelle Juli der drittwärmste seit 1968 und die im Meerwasser gespeicherte Wärmemenge lag über dem langjährigen Mittel. Auch der kommende Winter könnte aufgrund des Einstroms von Atlantikwasser als “Kältepuffer” relativ mild ausfallen.
Da jede Tier- und Pflanzenart unterschiedlich auf die Erwärmung reagiere, sei mit einer Verschiebung der Wachstumsperioden und des Artenspektrums zu rechnen, so das BSH in einer Mitteilung. Wie die Veränderungen aussehen werden, lasse sich aufgrund möglicher biologischer “Kettenreaktionen” noch nicht genau sagen.
Forschung: Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie, Hamburg
WWW:
Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie
- Wassertemperatur-Übersicht für die Deutsche Bucht
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