Vielfalt bringt Vielfalt hervor
18. August 2006 14:43
Wo biologische Vielfalt herrscht, gibt es besonders viele Nutznießer. Das gilt auch für die eher geringen Unterschiede innerhalb einer Spezies, berichten amerikanische Biologen im Magazin “Science”. Je mehr genetisch unterschiedliche Pflanzen einer Art auf ihren Versuchsflächen wuchsen, desto mehr Insekten, Spinnentiere und Asseln fanden darauf ein Auskommen.

Von der größeren Vielfalt profitieren auch Jäger wie diese Raubwanze. Bild: Science
Ein Grund dafür war, dass die Pflanzen in Gemeinschaft mit genetisch unterschiedlichen Artgenossen kräftiger wuchsen, ermittelten Gregory Crutsinger von der University of Tennessee in Knoxville und seine Kollegen. Die neuen Resultate zeigten, dass Ökologie und Naturschutz die Diversität innerhalb einer Art künftig stärker beachten müssten.
Als Versuchsobjekt wählten Crutsinger und Kollegen die Große Goldrute (Solidago altissima), ein in Nordamerika heimisches Gewächs, das sich über unterirdische Triebe rasch vermehrt. Eben diese Fähigkeit nutzten die Forscher, um zahlreiche Ableger von 21 genetisch unterschiedlichen Individuen zu gewinnen. Diese ließen sie auf Parzellen mit je 12 Individuen aus 1, 3, 6 oder 12 Linien wachsen.
Regelmäßig durchgeführte Zählungen ergaben, dass auf den Parzellen mit 12 Genotypen 27 Prozent mehr Arten pflanzenfressender und räuberischer Gliederfüßer lebten als auf Parzellen mit genetisch identischen Pflanzen. Auch die schiere Individuenzahl war auf vielfältigen Flächen größer.
Auch die Pflanzen selbst profitierten von der Vielfalt: Ihre Produktionsrate oberirdischer Biomasse war auf den vielfältigen Parzellen gut ein Drittel höher. Ein Grund dafür könnte sein, dass sich genetisch unterschiedliche Pflanzen weniger Konkurrenz machen, vermuten Crutsinger und Kollegen. Umgekehrt schien die größere Vielfalt und Zahl an Krabbeltieren auch darauf zurückzugehen, dass genetisch unterschiedliche Pflanzen eine größere Nahrungsauswahl boten.
Forschung: Gregory M. Crutsinger und Nathan J. Sanders, Department of Ecology and Evolutionary Biology, University of Tennessee, Knoxville; und andere; Veröffentlichung Science, Vol. 313, 18. August 2006, pp 966-8, DOI 10.1126/science.1128326
WWW:
Insect Ecology & Conservation, University of Tennessee
Solidago altissima
Biologische Invasion aus der Prärie
Genetic Diversity
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