Studie: Mehr Infarkte nach Kaffeekonsum
Mittwoch, 16. August 2006, 17:12 • Rubrik Ernährung, Medizin.
Kaffee kann bei einigen Menschen vorübergehend die Gefahr eines Herzinfarkts erhöhen. Zu diesem Schluss kommen amerikanische Medizinerinnen im Fachblatt “Epidemiology”. Der Effekt ist demnach besonders ausgeprägt bei Personen, die bereits ein erhöhtes Infarktrisiko aufweisen oder nur selten Kaffee trinken.
Zu den Risikofaktoren für einen Herzinfarkt zählen hoher Blutdruck, hohe Cholesterinwerte, Übergewicht, Bewegungsmangel und Rauchen. Wer mehrere solcher Faktoren aufweise, solle erwägen, keinen Kaffee mehr zu trinken, sagt Ana Baylin von der Brown University. Bei diesen Menschen könne die anregende Wirkung des Koffeins der sprichwörtliche Tropfen sein, der das Fass zum Überlaufen bringe und bereits bestehende Plaques in den Herzkranzgefäßen aufbrechen lasse.
Frühere Studien hatten widersprüchliche Resultate zu den Langzeitfolgen des Kaffeekonsums erbracht. Baylin und ihre Kolleginnen suchten nun, mehr über die kurzfristigen Effekte in Erfahrung zu bringen. Dazu befragten sie 503 Einwohner Costa Ricas, die einen nicht-tödlichen Herzinfarkt erlitten hatten, zu ihrem Kaffeekonsum in den Stunden und an den Tagen vor dem Infarkt, zu ihrer medizinischen Vorgeschichte und zu ihrer Lebensweise.
In der Stunde nach dem Trinken einer Tasse Kaffee war das Infarktrisiko insgesamt um fast 50 Prozent erhöht, schätzen die Forscherinnen. Bei gelegentlichen Kaffeetrinkern, die täglich im Schnitt weniger als eine Tasse konsumierten, betrug der Anstieg sogar über 300 Prozent. Kein Effekt zeigte sich dagegen bei starken Kaffeetrinkern, die es auf vier oder mehr Tassen pro Tag brachten. Für Personen mit mindestens drei Infarkt-Risikofaktoren berechnen Baylin und Kolleginnen wiederum einen Anstieg um rund 100 Prozent.
Forschung: Ana Baylin und Sonia Hernandez-Diaz, Department of Nutrition und Department of Epidemiology, Harvard School of Public Health, Boston, Massachusetts, und Department of Community Health, Brown University, Providence, Rhode Island; und andere; Veröffentlichung Epidemiology, Vol. 17(5), pp 506-11
WWW:
Department of Community Health, Brown University
Harvard School of Public Health
Deutsche Herzstiftung
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