Planeten-Kinderstube im Orion
15. August 2006 11:59
Gut 2.300 potenzielle Planetensysteme haben amerikanische Astronomen abgelichtet. Die Planetenwiegen finden sich im Orionnebel und benachbarten Wolken, selbst als wahre Brutstätte neuer Sterne bekannten Regionen. Erstaunlicherweise scheinen sie weniger gesellig zu sein als angenommen.

Das Herz des Orionnebels, gesehen mit den Infrarotaugen von Spitzer. Bild: NASA/JPL-Caltech/T. Megeath (University of Toledo)
Planeten entstehen in großen Gas- und Staubscheiben, die neu geborene Sterne umgeben. Bei ihren Beobachtungen mit dem Weltraumteleskop Spitzer fanden die Forscher um Tom Megeath von der University of Toledo, dass nur 60 Prozent der jungen Sterne mit solchen Scheiben in großen Gruppen auftreten. Bislang war der Anteil dieser geselligen Sterne auf 90 Prozent geschätzt worden.
Mit einer Entfernung von etwa 1.500 Lichtjahren liegt der Orion-Wolkenkomplex in der galaktischen Nachbarschaft der Sonne. Die Forscher orteten die in den Wolken liegenden Sterne mit zirkumstellaren Scheiben anhand der intensiven Infrarotstrahlung, die von dem warmen Staub in den Scheiben ausgeht.
Megeath und Kollegen schätzen, dass rund zwei Drittel aller Sterne in den Orion-Wolken eine Scheibe und damit den Stoff für künftige Planeten besitzen. Bei 25 Prozent davon scheint es sich um Einsiedler zu handeln, während die übrigen 15 Prozent in kleineren Gruppen liegen. Zusätzlich zu den Jungsternen fanden die Forscher 200 stellare Embryos, die noch keine Gelegenheit hatten, eine Scheibe auszubilden.
Forschung: Tom Megeath, Department of Physics, University of Toledo, Ohio; Rob Gutermuth und Joe Hora, Smithsonian Astrophysical Observatory, Cambridge, Massachusetts; und andere
WWW:
Homepage Tom Megeath
Der Orionnebel
Circumstellar Disks
Spitzer
Lesen Sie dazu im Scienceticker:
Strahlungsfeste Planetenentstehung
Ungestümer Schutz für junge Erden

















Antikörper
