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Genetische Marker für “erfolgreiches” Altern

14. August 2006 15:49

Wie ein Individuum altert, hängt auch von seinem Erbgut ab. Das belegt ein genetischer Vergleich von Senioren und jungen Erwachsenen, den amerikanische Psychiater und Genetiker angestellt haben. Die Forscher fanden neun Erbgutregionen, die die Chancen für ein Altern bei guter geistiger Gesundheit anzuzeigen scheinen.

Der Verlauf des Alterns hänge auch von der Umwelt und dem Lebenswandel einer Person ab, etwa von ihrem Zigaretten- und Alkoholkonsum, betont George Zubenko von der University of Pittsburgh. “Die Identifizierung solcher genetischer und Verhaltensfaktoren könnte uns ein besseres Verständnis des Alterungsprozesses ermöglichen - und eines Tages vielleicht auch die Bereicherung oder Verlängerung des Lebens.”

Für ihre Studie untersuchten Zubenko und Kollegen 100 Personen im Alter von mindestens 90 Jahren, die kaum Einbußen der geistigen Leistungsfähigkeit aufwiesen und ein weitgehend unabhängiges Leben führten. Als Vergleichsgruppe dienten 100, höchstens 25 Jahre alte Personen gleichen Geschlechts und ähnlicher Herkunft.

Bei allen Teilnehmern analysierten die Forscher eine Vielzahl von Erbgutregionen, die aus Wiederholungen kurzer DNA-Sequenzen bestehen. Die Zahl der Wiederholungen in jeder Region ist individuell unterschiedlich. Wie Zubenko und Kollegen nun im “American Journal of Geriatric Psychiatry” berichten, waren bestimmte Wiederholungszahlen in neun der betrachteten Regionen bei den Senioren deutlich häufiger als bei den jungen Erwachsenen.

Auf welche Weise der Zusammenhang zustande kommt, ist derzeit noch unklar. Sechs der Regionen liegen jedoch in der Nähe von Genen, von denen ein Einfluss auf die körperliche Verfassung bekannt ist, eine Region liegt sogar in einem Gen. Auch ist die Verbindung im Falle zweier Regionen bei Männern und Frauen unterschiedlich stark ausgeprägt. Laut Zubenko ist dieses Resultat nicht überraschend: Frauen alterten anders als Männer, was sich etwa in der unterschiedlichen Lebenserwartung und der unterschiedlichen Häufigkeit einzelner Erkrankungen zeige.

Forschung: George S. Zubenko, Hugh B. Hughes und Wendy N. Zubenko, Department of Psychiatry, School of Medicine, University of Pittsburgh, Pennsylvania; und andere; Veröffentlichung im “American Journal of Geriatric Psychiatry”, DOI 10.1097/01.JGP.0000231681.89741.af

WWW:
Zubenko Lab
Was ist Altern?
Short Tandem Repeat Polymorphisms

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