Hohe gesundheitliche Kosten durch Waldbrände
11. August 2006 |
Waldbrände stellen nicht nur eine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben dar, sie können auch auf indirekte Weise gesundheitliche Probleme verursachen. Eine Schätzung der wirtschaftlichen Folgen haben kanadische Wissenschaftler angestellt. Durch den Qualm ausgelöste Atemwegs- und Kreislaufprobleme können demnach teurer sein als die Wiederherstellung der Infrastruktur und die Brandbekämpfung.
Gerade in einem dicht bewaldeten Flächenstaat spielten Waldbrände eine große Rolle für die Luftreinheit, schreiben Wiktor Adamowicz von der University of Alberta, Edmonton, und seine Kollegen im “Canadian Journal of Forest Research”. So gehe in Kanada etwa ein Drittel der Staubemissionen auf Waldbrände zurück. Bei der Vorbeugung bzw. Bekämpfung der Feuer werde dieser Faktor bislang allerdings nicht berücksichtigt.
Adamowicz und Kollegen analysierten den Fall eines Feuers in der Provinz Alberta, das im Jahr 2001 eine Waldfläche von 116.000 Hektar vernichtet hatte. Anhand von Satellitenaufnahmen der Rauchfahne und Daten von Messstationen schätzten die Forscher den Einfluss des Feuers auf die Luftreinheit. Beispielsweise ließ es die Staubbelastung der Luft selbst in der 160 Kilometer entfernten Provinzhauptstadt Edmonton über die Grenzwerte steigen.
Vor allem durch die erhöhte Sterblichkeit, aber auch durch Arbeitsausfälle und die medizinische Behandlung entstanden Kosten von bis zu 12 Millionen Dollar, berechnen die Forscher. Damit sei dieser Faktor ökonomisch bedeutender als die Bekämpfung des Feuers mit Kosten von etwa zehn Millionen Dollar und die Reparaturen an Brücken und Stromnetz mit “nur” drei Millionen Dollar. Übertroffen werde er lediglich von dem auf 20 Millionen Dollar geschätzten Verlust an Holz.
Forschung: Robyn Rittmaster und Wiktor L. Adamowicz, Department of Economics und Department of Rural Economy, University of Alberta, Edmonton; und andere; Veröffentlichung Canadian Journal of Forest Research, Vol. 36(4), pp 868-77
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