Schön gerechnet
Mittwoch, 9. August 2006, 20:10 • Rubrik Technik, Vermischtes.
Die Fotos von Supermodels werden sorgfältig retuschiert, bevor sie auf der Titelseite einer Hochglanz-Zeitschrift erscheinen. Noch weiter geht das Computerprogramm eines israelischen Forschers: Das System verformt ein digitales Portraitfoto derart, dass das Gesicht näher am durchschnittlichen Schönheitsideal liegt, berichtet das Magazin “New Scientist” in seiner neuen Ausgabe.
Entwickelt von Tommer Leyvand von der Universität Tel Aviv, greift das System auf die Resultate einer früheren Studie zurück. Ein Kollege Leyvands hatte 200 Fotos von Freiwilligen bewerten lassen und dann auf Gemeinsamkeiten hin analysiert. Das Resultat war eine Liste von Gesichtsmerkmalen, etwa die Breite des Gesichts auf Höhe von Augen und Lippen oder die Dicke der Augenbrauen, die mit einer höheren oder niedrigeren Attraktivität einhergehen.
Leyvand setzte diese Ergebnisse in ein Computerprogramm um, das ein in elektronischer Form vorgegebenes Gesicht so streckt und staucht, dass es den Schönheitsregeln besser entspricht. Ob es dabei nur leichte Anpassungen vornimmt oder eine umfassende “Operation” durchführt, kann der Benutzer vorab festlegen. Bei ersten Tests seien 79 Prozent der bearbeiteten Bilder tatsächlich als schöner eingestuft worden, so das Magazin.
Forschung: Tommer Leyvand und Dani Lischinsky, Department of Computer Science, Tel-Aviv University; Präsentation auf der Konferenz SIGGRAPH 2006, Boston
WWW:
New Scientist
Homepage Tommer Leyvand
- Digital Face Beautification
Beautycheck.de
SIGGRAPH 2006
Lesen Sie dazu im Scienceticker:
Warum Schönheit erfolgreich macht
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