Posted in: Biologie 8. August 2006 11:59 Weiter lesen →

Schildkröte auf Marathon-Tauchgang

Auf denkbar einfache Weise geht eine australische Schildkröte ihren Fressfeinden aus dem Weg: sie taucht ab. Dabei hilft den Tieren eine bemerkenswerte Anpassung, hat eine Biologin der University of Queensland ermittelt: Indem sie über ihre Kloake atmen, können die Tiere drei Tage lang unter Wasser bleiben.

Anders als die meisten Süßwasserschildkröten, könne die Mary-Schildkröte (Elusor macrurus) gut die Hälfte ihres regulären Sauerstoffbedarfs über das Kloakengewebe decken, erklärt Natalie Mathie. Daher sei es durchaus vorstellbar, dass die Tiere unter günstigen Bedingungen sogar eine Woche lang am Boden ihres Flusses verharren könnten – ohne die Aufmerksamkeit von Raubvögeln und -fischen zu erregen.

Mit einer Panzerlänge von gut 34 Zentimetern gehört die Mary-Schildkröte zu den größten Süßwasserschildkröten Australiens. Des ungeachtet war die Art erst Anfang der 90er-Jahre wissenschaftlich „entdeckt“ worden. Allein in dem namensgebenden Fluss vorkommend, ernährt sich die Art von Wasserpflanzen und Algen.

Mathie studierte das Verhalten der Tiere in Abhängigkeit von den Umgebungsbedingungen und dem Vorhandensein potenzieller Räuber. Die ohnehin seltene, allein in dem namensgebenden Fluss lebende Art reagiert demnach empfindlich auf Veränderungen der Wassertemperatur.

Ihre bemerkenswerten „Kiemen“ helfen der Art allerdings nicht gegen Gefahren an Land. Von den kaum einhundert Eiern eines Jahrgangs würden viele von streunenden Katzen, Hunden und von Füchsen gefressen oder von Rindern zertreten, so die Forscherin. Und sollte tatsächlich ein geplanter Staudamm in dem Fluss errichtet werden, dürften die sinkenden Temperaturen und Sauerstoffgehalte im Wasser den Schildkröten zusätzlich zu schaffen machen.

Forschung: Natalie Mathie und Craig Franklin, School of Integrative Biology, University of Queensland, Brisbane

WWW:
Franklin Eco-Physiology Lab, University of Queensland
Mary River Tortoise
Testudines
Schildkröten

Posted in: Biologie
Möchten Sie den Beitrag bewerten?
SchlechtLangweiligGut zu wissenInteressantSpannend! (noch unbewertet)
Loading...

Drucken Drucken


Die Kommentare sind geschlossen.