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Aktivitätsmuster entlarvt mögliche Demenz-Vorstufe

31. Juli 2006 | Druckversion

Das Verhalten von Menschen in den eigenen vier Wänden liefert Hinweise auf eine drohende Demenz. Das haben amerikanische Forscher mit Hilfe von Bewegungsmeldern und Türsensoren ermittelt. Senioren mit einer leichten Beeinträchtigung ihrer geistigen Fähigkeiten legen demnach ein deutlich variableres Aktivitätsmuster an den Tag als gesunde Altersgenossen.

Mit dem heimischen Sensornetz lasse sich die Entwicklung einer Person besser verfolgen als mit Kontrolluntersuchungen bei einem Arzt, glaubt Tamara Hayes von der Oregon Health & Science University. “Um einen zeitlichen Trend zu erkennen, braucht es mehrere Messungen - an guten und an schlechten Tagen.” Auch gäben sich Senioren bei den Kontrolluntersuchungen häufig besonders viel Mühe. “Daher wird ein Trend in der klinischen Praxis häufig erst nach Jahren erkannt.”

Hayes und Kollegen testeten ihr System in den Wohnungen von sieben gesunden Senioren und sieben Altersgenossen, bei denen eine leichte kognitive Störung diagnostiziert worden war. Die Gruppe spickte Wände und Türen mit Bewegungs- und Kontaktsensoren, die ihre Messungen per Funk an einen Rechner schickten. Über einen mittleren Beobachtungszeitraum von 46 Wochen kamen so Daten über insgesamt 108.000 Personenstunden mit einer zeitlichen Auflösung von einer Minute zusammen.

Die Analyse enthüllte deutliche Unterschiede in der mittleren Gehgeschwindigkeit, berichtete die Gruppe kürzlich auf einer Fachtagung in Madrid. Noch auffälliger war, dass die Gehgeschwindigkeit und die Gesamtaktivität bei den Personen mit kognitiver Beeinträchtigung zeitlich stärker schwankten als bei den Kontrollpersonen, und dass diese Schwankungen nachmittags stärker waren als vormittags.

“Trotz der geringen Teilnehmerzahl bei unseren Versuchen waren die beiden Gruppen anhand der Variabilität klar zu unterscheiden”, betont Hayes. Die Unterschiede hätten sich schon nach wenigen Stunden herausgeschält. Nach Ansicht der Forscherin kann das Sensorsystem auch dazu beitragen, dass Senioren besonders lange in der eigenen Wohnung bleiben können.

Forschung: Tamara L. Hayes, Jeff A. Kaye und Misha Pavel, Department of Biomedical Engineering, Oregon Health & Science University, Portland; Präsentation auf der 10th International Conference on Alzheimer’s Disease and Related Disorders, Madrid; #P2-225

WWW:
Point of Care Laboratory, Oregon Health & Science University
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