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Alte Sterne bekommen Runzeln

20. Juli 2006 |

Manchen Sternen geht es wie Menschen: im Laufe der Zeit bekommen sie Runzeln und Flecken. Das haben amerikanische und französische Forscher bei der Beobachtung alter Sterne entdeckt. Gut ein Drittel davon ist demnach nicht gleichmäßig hell, sondern weist asymmetrische Helligkeitsunterschiede auf.

Ringnebel-M57
Das von alten Sternen ausgestoßene Material kann schließlich prachtvolle Planetarische Nebel bilden, hier der Ringnebel M57. Bild: Bob Goodrich, Mike Bolte, and the ESI team. (W. M. Keck Observatory)

“Die übliche Meinung ist, dass Sterne symmetrische Gasbälle sein müssen”, erläutert Sam Ragland, derzeit am Keck Observatory auf Hawaii. Offenbar treffe diese Ansicht für die letzten Phasen der Sternentwicklung jedoch nicht zu. Der Forscher und seine Kollegen präsentieren ihre Resultate demnächst im “Astrophysical Journal”.

Für ihre Beobachtungen nutzten die Astronomen das mittlerweile stillgelegte Infrared-Optical Telescope Array in Arizona. Dort brachten sie von drei Teleskopen aufgefangenes Infrarotlicht mit Hilfe eines Chips derart zur Überlagerung, dass sich die Auflösung eines sehr viel größeren Teleskops ergab.

Mit diesem Instrumentarium studierten die Forscher unter anderem 35 Mira-Sterne - ältere Sternen vom Kaliber der Sonne, die sich gegen Ende ihres Lebens zu roten Riesen aufgebläht haben und im Rhythmus von einigen Monaten heller und dunkler werden. Zur Überraschung der Forscher wiesen zwölf dieser Mira-Sterne keine symmetrische Helligkeitsverteilung auf, jedoch nur 2 von 21 alten Vertretern anderer Sternklassen.

Laut Ragland gibt es mehrere Erklärungsmöglichkeiten für diese “Fleckigkeit”. Beispielsweise könnte sich von den Sternen ausgestoßenes Material zu Wolken verdichten und das Sternenlicht abblocken. Denkbar sei aber auch, dass Planeten in der extrem ausgedehnten Gashülle kreisten und diese derart verwirbelten, dass ihre Durchsichtigkeit lokal schwanke. In diesem Fall dürfte das Phänomen allerdings nur von kurzer Dauer sein, so der Forscher: Die Reibung in der Hülle bremse Planeten ab und lasse sie binnen kurzer Zeit in ihr alterndes Gestirn stürzen.

Forschung: Sam Ragland und Wesley A. Traub, Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics, Cambridge, Massachusetts, und Jet Propulsion Laboratory, Pasadena, Kalifornien; Jean-Pierre Berger und Pierre Kern, Laboratoire d’ Astrophysique de Grenoble (LAOG); und andere; zur Veröffentlichung akzeptiert von Astrophysical Journal; Preprint astro-ph/0607156

WWW:
Keck Observatory
Infrared-Optical Telescope Array
High Angular Resolution at LAOG
Veränderliche Sterne
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