Scienceticker Astro Scienceticker Umwelt

Bakterien spinnen Gold

Donnerstag, 13. Juli 2006, 20:02 • Rubrik Biologie, Geologie.

Kleine Goldnuggets, wie sie Goldwäscher aus dem Flusssand spülen, sind zumindest teilweise organischen Ursprungs. Für diese Ansicht sprechen Resultate, die australische Forscher im Magazin “Science” vorstellen. Auf den Körnchen findet sich demnach ein für seine Metall-Beständigkeit bekanntes Bakterium, das gelöstes Gold aufnehmen und in metallischer Form ausfällen kann.

Auf diese Weise entferne das Bakterium giftige Goldionen aus seiner nächsten Umgebung und könne auch in Böden leben, die für andere Organismen unzugänglich seien, vermuten die Forscher um Frank Reith vom Cooperative Research Centre for Landscape Environments and Mineral Exploration. Als Resultat werde aus tieferen Gesteinsschichten gelöstes Gold in oberen Bodenschichten wieder in eine feste Form überführt, das sekundäre oder “Seifengold”.

Reith und seine Kollegen analysierten bis zu 2,5 Millimeter große Goldkörnchen aus dem Boden über zwei australischen Goldminen. Unter dem Rasterelektronenmikroskop zeigten sich Objekte von Form und Größe typischer Bakterien auf den Körnchen. Zwischen diesen “Bakterioformen” fand sich zudem organische Substanz. Weitere Analysen bestätigten die Vermutung der Forscher, dass sie es mit eingetrockneten Biofilmen zu tun hatten – bakteriellen Wohngemeinschaften, die auch widrige Umweltbedingungen überdauern können.

Von 80 Prozent der Goldkörnchen konnten Reith und Kollegen DNA isolieren und vervielfachen. Der Analyse dieser DNA zufolge, waren die Körnchen von bis zu 30 verschiedene Bakterienarten besiedelt, die in dieser Zusammensetzung nicht im übrigen Boden vorkamen. In allen Fällen fanden sich DNA-Sequenzen, die praktisch identisch waren mit solchen von Ralstonia metallidurans. Die Versuche der Forscher ergaben, dass dieses Bakterium gelöstes Gold aus dem Kulturmedium aufnehmen und auf bzw. unter seiner Zelloberfläche in fester Form abscheiden kann.

Forschung: Frank Reith und D.C. McPhail, Copperative Research Centre for Landscape Environments and Mineral Exploration, Bentley, Western Australia, und Department of Earth and Marine Sciences, Australian National University, Canberra; und andere; Veröffentlichung in “Science”, Vol. 313, 14. Juli 2006, pp 233-5, DOI 10.1126/science.1125878

WWW:
CRC Landscape Environments and Mineral Exploration
Gold
Goldwaschen
Does Gold Grow in the Ground?
Ralstonia metallidurans


Möchten Sie den Beitrag bewerten?

SchlechtLangweiligGut zu wissenInteressantSpannend! (1 Bewertungen, im Schnitt 5,00 von 5)
Loading ... Loading ...

Empfehlen Sie den Text weiter! Empfehlen Sie den Text weiter!

Drucken Drucken

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.

Copyright © 2012 by Stefan Jacobasch und Carsten Meinke (Impressum) | Template by Gabfire themes
Real Time Web Analytics