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Dinosaurier waren träg-warm

11. Juli 2006 |

Seit Jahrzehnten streiten Paläontologen darüber, ob die Dinosaurier Kaltblüter oder Warmblüter waren. Neue Analysen amerikanischer Forscher sprechen nun für eine geradezu salomonisch anmutende Lösung: Demnach konnten die Reptilien zwar nicht aktiv “heizen”, die größeren Vertreter wiesen jedoch aufgrund ihrer schieren Masse eine hohe Körpertemperatur auf.

Saurier trägarm
Silhouetten unterschiedlich großer Dinosaurier vor stilisiertem Urwald-Hintergrund
Grafik: Gillooly et al./PLoS Biology

Je größer ein Tier ist, desto mehr Kilogramm verpackt es unter einem Quadratmeter Körperoberfläche. So sind Kolibris und Spitzmäuse permanent auf Nahrungssuche, weil sie gegen einen rasanten Wärmeverlust anheizen müssen. Elefanten dagegen ständen ohne ihre großen Ohren als Wärmeaustauscher stets kur vor dem Hitzschlag.

Eben dieser geometrische Faktor spiele auch bei Dinosauriern mit Massen von einigen Kilogramm bis vielen Tonnen eine Rolle, schreiben James Gillooly von der University of Florida und seine Kollegen im Fachblatt “PLoS Biology”. Für ihre Studie analysierten die Forscher Daten über das Wachstum von acht Dinosaurierarten und leiteten daraus deren maximale Wachstumsgeschwindigkeit ab. Anhand dieser Werte und einer Wachstumsgleichung schätzten sie dann die jeweilige Körpertemperatur.

Dieser Berechnung zufolge, dürfte der kleine Psicattosaurus mongoliensis mit 12 Kilogramm Körpermasse eine Körpertemperatur von etwa 24 Grad Celsius aufgewiesen haben - kaum mehr als die vermutliche mittlere Umgebungstemperatur. Albertosaurus sarcophagus dürfte es bei 614 Kilogramm auf 27 Grad gebracht haben und Apatosaurus excelsus, ein Riese von fast 13 Tonnen, sogar auf gut 40 Grad Celsius. Messungen an heutigen, bis zu einer Tonne schweren Krokodilen lieferten ähnliche Werte, so die Forscher.

Die Schätzwerte bekräftigten nicht nur das Konzept der “thermischen Trägheit” der Dinosaurier, schreiben Gillooly und Kollegen. Sie implizierten auch, dass bei einigen großen Arten die Körpertemperatur vom frisch geschlüpften bis zum ausgewachsenen Tier um bis zu 20 Grad gestiegen sei. Und nicht zuletzt setzten sie dem Wachstum der Dinosaurier eine natürliche Obergrenze: Sauroposeidon proteles, mit 55 Tonnen der vermutlich massigste Dinosaurier, dürfte ohne Kühlmechanismen eine Körpertemperatur von 48 Grad Celsius aufgewiesen haben. Mehr verkrafte kein Tier auf die Dauer.

Forschung: James F. Gillooly, Department of Zoology, University of Florida, Gainesville; Andrew P. Allen, National Center for Ecological Analysis and Synthesis, Santa Barbara, Kalifornien; Eric L. Charnov, Department of Biology, University of New Mexico, Albuquerque, und Department of Fisheries and Wildlife, Oregon State University, Corvallis; Veröffentlichung in “PLoS Biology”, 4:8, DOI 10.1371/journal.pbio.0040248

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Homepage James Gillooly
Dinosauria
- Hot-blooded or Cold-blooded?
What Animal Once Shook the Earth?
Dinosaurier.org

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