Posted in: Biologie, Psychologie 20. Juni 2006 17:51 Weiter lesen →

Testosteron macht Fußballerinnen stark

Steigende Testosteronspiegel setzen Sportler vor und während eines Wettkampfes förmlich unter Dampf. Dieses Phänomen ist nicht auf Männer beschränkt, haben portugiesische Forscher ermittelt. Auch bei Fußballerinnen gehen die Hormonspiegel vor einem Spiel in die Höhe – und bleiben bei den Siegerinnen auf hohem Niveau.

Die neuen Resultate belegten, dass die Funktion des Testosterons nicht auf das männliche Fortpflanzungssystem beschränkt sei, folgern Rui Oliveira und seine Kollegen vom Instituto Superior de Psicologia Aplicada in Lissabon. Vielmehr scheine es bei beiden Geschlechtern dazu beizutragen, das Sozialverhalten an die jeweilige Situation anzupassen.

Oliveira und Kollegen untersuchten Speichelproben, die die Spielerinnen vor, während und nach dem Endspiel der portugiesischen Damenfußballliga abgegeben hatten. Die Fußballerinnen beider Teams gingen mit deutlich erhöhten Testosteronspiegeln in die Partie, berichten die Forscher auf einem Fachkongress in Pittsburgh. Nach dem Spiel gingen die Werte bei den Verliererinnen rasch wieder auf das normale Niveau zurück, während sie bei den Gewinnerinnen noch einige Zeit erhöht waren. An einem spielfreien Tag fanden sich dagegen keine Unterschiede zwischen den Teams.

Vor und nach dem Spiel absolvierte Stimmungstests ergaben – nicht überraschend – durchweg positive Veränderungen bei den Gewinnerinnen und negative Veränderungen bei den Unterlegenen. Nach Ansicht der Forscher deuten ihre Ergebnisse darauf hin, „dass Androgene auch bei Frauen auf soziale Herausforderungen ansprechen und dass Stimmungsveränderungen eine wichtige Rolle als psychologische Vermittler dieser Reaktion spielen“.

Forschung: Rui F. Oliveira, Tânia Oliveira, Maria J. Gouveia und Pedro L. Almeida, Laboratório de Biologia, Instituto Superior de Psicologia Aplicada, Lissabon; Präsentation auf dem 6th International Congress of Neuroendocrinology (ICN 2006), Pittsburgh; #P133

WWW:
Instituto Superior de Psicologia Aplicada
Hormone

Lesen Sie dazu im Scienceticker (alte Version):
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