Posted in: Klima, Umwelt 20. Juni 2006 16:33 Weiter lesen →

Städte beeinflussen Niederschläge

Auch in den trockenen Zonen der Erde beeinflussen die Städte das Klima in ihrer Umgebung. Entsprechende Hinweise präsentiert ein amerikanischer Geograph im „Journal of Arid Environments“. Indem sich Stadt Phoenix im US-Bundesstaat Arizona rasant ausbreitete, stiegen die Niederschlagsmengen auf ihrer windabgewandten Seite deutlich an.

„Viele der am schnellsten wachsenden Stadtgebiete liegen in ariden Regionen“, erklärt Marshall Shepherd von der University of Georgia in Athens. Aufgrund der geringen Regenmengen sei der Einfluss menschlicher Aktivitäten hier kaum studiert worden. „Solche Veränderungen wirken sich in diesen Städten jedoch besonders stark aus, da die Wasserversorgung von entscheidender Bedeutung ist.“

Städte fungieren durch ihre Bausubstanz als Wärmeinseln, verändern den Wasserkreislauf zwischen Boden und Atmosphäre und beeinflussen die Windverhältnisse. Frühere Studien am Beispiel von Houston und Atlanta hatten gezeigt, dass sie damit die Niederschlagsmengen oder etwa die Gewitterhäufigkeit verändern. Anhand von 108 Jahre überspannenden Aufzeichnungen sowie Satellitendaten fahndete Shepherd nun nach ähnlichen Veränderungen im Umfeld von Städten, die in ausgesprochen trockenen Regionen liegen und in den letzten Jahrzehnten stark gewachsen sind.

Im Nordosten von Phoenix lagen die mittleren Niederschlagsmengen im Zeitraum 1950-2003 demnach 12 bis 14 Prozent höher als in den Jahren 1895-1949. Auf einen ähnlichen Effekt weisen Messungen in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad hin, fand der Forscher. Zumindest im ersteren Fall dürfte der Einfluss der Gebäude auf die Windverhältnisse ein wichtiger Faktor sein, möglicherweise spielt auch die Bewässerung öffentlicher und privater Grünflächen eine Rolle.

Laut Schätzung der Vereinten Nationen werden im Jahr 2030 etwa 60 Prozent der Weltbevölkerung in Städten leben, im Jahr 1950 waren es noch 30 Prozent. Ein besonders rapider Zuwachs wird in den Staaten West- und Zentralafrikas erwartet, aber auch in Südeuropa könnte der Anteil der Stadtbevölkerung auf 75 Prozent steigen.

Forschung: J. Marshall Shepherd, Department of Geography, University of Georgia, Athens
Veröffentlichung Journal of Arid Environments, DOI 10.1016/j.jaridenv.2006.03.022

WWW:
Department of Geography, University of Georgia – Athens
Mikroklima in Städten
The Arizona Monsoon
Global Precipitation Measurement
UN World Urbanization Prospects

Lesen Sie dazu im Scienceticker (alte Version):
Wo die Städte wachsen
Stadtpflanzen sind länger grün

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