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Mögliche Verbindung zwischen Stickoxid und Unfruchtbarkeit

Montag, 19. Juni 2006, 15:48 • Rubrik Genetik, Medizin.

Die übermäßige Produktion eines körpereigenen Botenstoffes könnte bei Männern zur Unfruchtbarkeit beitragen. Auf diese Möglichkeit deutet eine Studie hin, die iranische Mediziner auf einer Fachtagung in Prag vorstellen. Das Sperma unfruchtbarer Männer enthält demnach deutlich erhöhte Konzentrationen von Stickstoffmonoxid.

Seit einigen Jahren wisse man, dass Stickstoffmonoxid (NO) ein wichtiges biologisches Signalmolekül sei und unter anderem die Beweglichkeit und Funktion der Spermien fördere, erläutert Iraj Amiri von der Medizinischen Universität Hamadan. Allerdings hätten frühere Studien gezeigt, dass dieser positive Effekt sich bei hohen Konzentrationen ins Gegenteil verkehre.

Amiri und Kollegen analysierten Spermaproben von 45 unfruchtbaren und von 70 fruchtbaren Männern. Bei ersteren ermittelten sie im Schnitt zweimal höhere Konzentrationen von NO-Reaktionsprodukten als bei letzteren. Je höher die Werte waren, desto mehr Erbgutschäden wiesen die Samenzellen auf – erkennbar als ausgeprägter “Kometenschweif” von DNA-Fragmenten, wenn die DNA in einem elektrischen Feld durch ein Gel gezogen wurde. Umgekehrt sank mit steigender NO-Konzentration die Beweglichkeit der Spermien.

Nach Ansicht Amiris ist ein kausaler Zusammenhang zwischen hohen NO-Konzentrationen und männlicher Unfruchtbarkeit denkbar. Auch könnten die zusätzlichen DNA-Schäden auf das reaktionsfreudige NO zurückgehen, so der Forscher. Denkbare Ursachen für die erhöhten Konzentrationen des Botenstoffs seien Infektionen bzw. Entzündungen des Genitaltrakts. Ebenfalls denkbar sei ein Einfluss von Luftschadstoffen, allerdings hätten Städter ähnliche Werte aufgewiesen wie Landbewohner.

Forschung: Iraj Amiri, Fatemiyeh Hospital, Hamadan University of Medical Sciences and Health Services, Hamadan; und andere; Präsentation auf dem Annual Meeting of the European Society for Human Reproduction & Embryology, Prag; #O-070

WWW:
Hamadan University of Medical Sciences and Health Services
European Society for Human Reproduction & Embryology
Nitric Oxide
DNA Repair

Lesen Sie dazu im Scienceticker (alte Version):
Spermien haben eine empfindliche Nase
Luftverschmutzung reduziert Spermienzahl


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