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Hinweise auf neue Haiart

Sonntag, 11. Juni 2006, 18:07 • Rubrik Biologie.

Im Atlantik gibt es möglicherweise eine bislang unerkannte Haiart, haben amerikanische Meeresbiologen entdeckt. Vor der Küste Nordamerikas leben demnach zwei äußerlich ähnliche Typen von Hammerhaien nebeneinander, die in puncto Fortpflanzung schon seit geraumer Zeit getrennte Wege gehen.

Kryptischer Hammerhai
Äußerlich sind die Vertreter der kryptischen Hammerhai-Art nicht von Bogenstirn-Hammerhaien zu unterscheiden. Foto: Joseph Quattro/University of South Carolina

Sollten weitere Untersuchungen den Verdacht bestätigen, müsse dies beim Schutz der Tiere berücksichtigt werden, erklärt Joseph Quattro von der University of South Carolina. Dies gelte umso mehr, als die potenzielle neue Art deutlich weniger häufig sei als ihre Schwester-Art, der Gebuchtete oder Bogenstirn-Hammerhai (Sphyrna lewini).

Bogenstirn-Hammerhaie verdanken ihren Namen den Einbuchtungen in ihrer hammerartig erweiterten Schnauze. Quattro und seine Kollegen analysierten das Erbgut von 76 Individuen aus dem Atlantik vor der US-Ostküste und vor Westafrika, aus dem Golf von Mexiko sowie aus Australien und Hawaii. Zwar fanden die Forscher deutliche genetische Unterschiede, konnten daraus jedoch kein stimmiges Bild ableiten. Das änderte sich, als sie ihre Analyse auf Haie aus dem Atlantik beschränkten.

Unterschiede in DNA-Sequenzen aus dem Zellkern und aus den Zellkraftwerken, den Mitochondrien, weisen einige der vermeintlichen Bogenstirn-Hammerhaie als Angehörige einer kryptischen Art aus, berichtete die Gruppe kürzlich im Fachblatt “Marine Biology”. Handfeste Unterschiede lieferte die eingehende Untersuchung von acht Individuen: Demnach unterscheiden sich die beiden Gruppen auch in der Zahl ihrer Wirbel.

Laut Quattro treten Jungtiere der kryptischen Art vor mehreren Ostküsten-Bundesstaaten auf, Neugeborene dagegen nur vor South Carolina. Diese Verteilung “könnte ein Artefakt sein, das aus der Probenahme resultiert”, so der Forscher. “Sie könnte aber auch anzeigen, dass die Buchten South Carolinas für die kryptische Art die wichtigere Kinderstube sind.”

Forschung: Joseph M. Quattro, Department of Biological Sciences, University of South Carolina, Columbia; Jim M. Grady, Department of Biological Sciences, University of New Orleans, New Orleans, Louisiana; und andere

Veröffentlicht in Marine Biology, Vol. 148(5), pp 1143-55, DOI 10.1007/s00227-005-0151-x

WWW:
Homepage Joseph Quattro
Sphyrna lewini
Deutsche Elasmobranchier-Gesellschaft

Lesen Sie dazu im Scienceticker (alte Version):
70 Prozent der Meere sind haifrei
Meeresräuber: Wachwechsel auf hoher See
Immer weniger Haiattacken


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