Posted in: Biologie, Klima, Umwelt 6. Juni 2006 17:17 Weiter lesen →

Biberdämme tränken Feuchtgebiete

Indem Biber Bäume fällen, machen sie sich nicht nur Freunde. Tatsächlich bringt das Treiben der großen Nager mehr Vorzüge als Nachteile mit sich, belegt eine neue Untersuchung einer kanadisch-amerikanischen Forschergruppe. Von Bibern errichtete Dämme sorgen demnach auch weit flussabwärts für hohe Grundwasserspiegel und puffern so ganze Ökosysteme gegen Dürren ab.

Einen ähnlichen Effekt habe man bereits in der unmittelbaren Nähe von Biberdämmen festgestellt, erläutert Cherie Westbrook von der University of Saskatchewan. Die neue Studie zeige jedoch, dass der Einfluss der Bauwerke viel weiter reiche. „Biberdämme verstärken hydrologische Prozesse in Perioden maximaler und minimaler Wasserführung und dürften so zur Bildung und zum Erhalt von Feuchtgebieten beitragen.“

Westbrook und ihre Kollegen führten ihre Studie im Kawuneeche Valley im Rocky Mountain National Park durch. Indem das aufgestaute Wasser seitlich an Biberdämmen vorbeifließt und versickert, wird der Colorado demnach über Hunderte Meter „aufgefächert“, sodass auch Flächen abseits bzw. oberhalb des eigentlichen Flussbetts mit reichlich Wasser versorgt werden. Als Folge können sich dort Weiden und andere, an feuchte Bedingungen angepasste Pflanzen ansiedeln und trockene Sommerperioden überdauern.

Um einen ähnlichen Effekt ohne Biber zu erzielen, müsste der Fluss regelmäßig weit über die Ufer treten, schreibt die Gruppe im Fachblatt „Water Resources Research“. Umso bedenklicher sei der Rückgang der Biberpopulation in dem Nationalpark. In den 40er-Jahren hätten dort noch schätzungsweise 600 Biber gelebt, heute seien es nur etwa 30. Im Verein mit der Ableitung von Wasser zu Bewässerungszwecken, könnten durch diese Entwicklung die Umweltbedingungen in dem gesamten Tal verändert werden.

Forschung: Cherie J. Westbrook, Department of Geography, University of Saskatchewan, Saskatoon; David J. Cooper, Department of Forest, Rangeland, and Watershed Stewardship, Colorado State University, Fort Collins; Bruce W. Baker, US Geological Survey, Fort Collins

Veröffentlichung Water Resources Research, DOI 10.1029/2005WR004560

WWW:
Homepage Cherie Westbrook
Biber
Rocky Mountains National Park

Lesen Sie dazu im Scienceticker (alte Version):
Früher „Biber“ schwamm mit Sauriern

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