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Wie New Orleans versinkt

31. Mai 2006 | Druckversion

Das Stadtgebiet von New Orleans sinkt pro Jahr um durchschnittlich sechs Millimeter. Das zeigt die Auswertung von Satellitenaufnahmen durch eine amerikanisch-italienische Forschergruppe. Mit jährlich rund 20 Millimeter besonders stark war die Abwärtsbewegung an einem Deich, der während des Hurrikans Katrina an mehreren Stellen brach und so den Wassermassen Tür und Tor öffnete.

Luftbild New Orleans
Eine Vielzahl von Deichen schottet New Orleans gegen Seen, Lagunen und den Mississippi ab. Bild: NASA Johnson Space Center - Earht Sciences and Image Analysis

“Diese Deiche wurden vor über 40 Jahren errichtet und in einigen Fällen ist der Untergrund seitdem um über einen Meter abgesunken”, erläutert Timothy Dixon von der University of Miami. Möglicherweise habe das Wasser die Deiche daher unerwartet leicht überspülen und schwächen können. Denkbar sei jedoch auch, dass die starke Bewegung der Deichabschnitte nur ein Symptom einer strukturellen Schwäche gewesen sei, schreiben der Forscher und seine Kollegen im Magazin “Nature”.

Dixon und Kollegen analysierten Daten eines kanadischen Satelliten, der die Erde mit Radarsignalen abtastet und so ein dreidimensionales Bild der Oberfläche erstellt. Die in den Jahren 2002 bis 2005 gesammelten Daten ergaben, dass das Stadtgebiet von New Orleans - größtenteils trockengelegtes Sumpfland, das unter seinem eigenen Gewicht nachgibt - stellenweise um über 30 Millimeter pro Jahr absinkt. Dieses Resultat stehe im Einklang mit vor Ort angestellten Messungen, schreiben die Forscher. Die Flächenabtastung durch das Satellitenradar liefere jedoch ein umfassenderes Bild als die Punktmessungen.

Künftig werde es immer schwieriger werden, die Stabilität der Deiche zu gewährleisten, mahnt Dixons Kollege Shimon Wdowinski. Die globale Erwärmung verschärfe dieses Problem, indem sie den Meeresspiegel ansteigen lasse. Einige Forscher sind zudem der Ansicht, dass mit der Erwärmung der Meere auch die Zahl oder die Zerstörungskraft von Hurrikanen zunimmt.

Forschung: Timothy H. Dixon, Falk Amelung, Sang-Wan Kim und Shimon Wdowinski, Rosenstiel School of Marine and Atmospheric Science, University of Miami, Miami, Florida; und andere

Veröffentlichung Nature, Vol. 441, 1. Juni 2006, pp 587-8, DOI 10.1038/441587a

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Radarsat-1
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