Edelgas entlarvt Raucher-Lungen
31. Mai 2006 | Druckversion
Lange bevor sich die ersten Symptome einstellen, weisen die Lungen von Rauchern krankhafte Veränderungen auf. Das haben amerikanische Mediziner mit Hilfe von magnetisch markiertem Helium nachweisen können. Tief in der Lunge von Rauchern wird die Bewegung der Edelgasatome demnach durch weniger feine Gewebestrukturen behindert.
“Es ist eine Sache, eine bereits bekannte Krankheit sichtbar zu machen. Es ist jedoch eine andere, Veränderungen zu sehen, die niemand vorhergesagt hat”, erklärt Sean Fain von der University of Wisconsin, Madison. “Mit diesem Werkzeug konnten wir zeigen, dass selbst anscheinend gesunde Raucher erweiterte Lufträume in ihren Lungen aufweisen, die auf ein beginnendes Emphysem schließen lassen.”
Fain und Kollegen ließen acht Nichtraucher und elf Raucher Helium-3-Atome einatmen, deren Spins bevorzugt in einer Richtung ausgerichtet waren. Vergleichbar einer Wolke atomarer Stabmagnete, lässt sich die Ausbreitung derart spinpolarisierten Heliums per Kernspintomographie verfolgen. Anhand der Verschmierung des Signals konnten die Mediziner zudem abschätzen, wie frei sich die Gasatome im Lungengewebe bewegen konnten.
Obwohl die Raucher über keinerlei Atembeschwerden klagten, stand dem Helium bei ihnen deutlich weniger Lungengewebe im Weg als bei den Nichtrauchern, berichten Fain und Kollegen im Fachblatt “Radiology”. Nach Ansicht der Mediziner fehlte bei den Rauchern bereits ein Teil der feinen Trennwände zwischen den Lungenbläschen. Solche Veränderungen sind eine typische Folge von Entzündungsprozessen, wie sie der Tabakrauch in der Lunge auslöst, und können nicht rückgängig gemacht werden.
Forschung: Sean B. Fain und Thomas M. Grist, Departments of Radiology, Medical Physics und Biomedical Engineering, University of Wisconsin, Madison; und andere
Veröffentlichung Radiology, Vol. 239, pp 875-83, DOI 10.1148/radiol.2393050111
WWW:
Department of Radiology, University of Wisconsin
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Antikörper