Arsen hemmt DNA-Reparatur
29. Mai 2006 | Druckversion
Arsen begünstigt die Entstehung von Krebs, indem es die Reparatur von Erbgutschäden bremst. Entsprechende Resultate präsentieren amerikanische und mexikanische Forscherinnen im Fachblatt “Environmental Health Perspectives”. Je mehr Arsen das Trinkwasser der von ihnen untersuchten Personen enthielt, desto langsamer reparierten deren Zellen DNA-Schäden.
“Diese Arbeit spricht für die Annahme, dass Arsen im Trinkwasser die karzinogene Wirkung anderer Chemikalien fördern kann”, erklärt Angeline Andrew vom Dartmouth College in Lebanon, New Hampshire. Der Konsum belasteten Trinkwassers “könnte daher die schädlichen Effekte des Rauchens und anderer Belastungen verstärken”, fürchtet die Toxikologin.
Andrew und Kolleginnen untersuchten weiße Blutkörperchen von insgesamt 53 Personen, deren teils aus privaten Brunnen gewonnenes Trinkwasser bis zu 75 Mikrogramm Arsen pro Liter enthielt. Zum Vergleich: In Deutschland gilt ein Grenzwert von 10 Mikrogramm pro Liter.
Je höher die Arsenbelastung des Trinkwassers war, desto niedriger lagen die Konzentrationen des DNA-Reparaturenzyms ERCC1 und der entsprechenden RNA-Bauanleitung in den Zellen. Einen ähnlichen Zusammenhang fanden die Forscherinnen, als sie die Arsenkonzentration in Zehennägeln bzw. Urin der Teilnehmer betrachteten.
In Übereinstimmung mit diesem Befund wiesen die weißen Blutkörperchen von Teilnehmern mit hoher Arsenbelastung deutlich mehr DNA-Schäden auf, fanden Andrew und Kolleginnen. Und setzten sie die Zellen einer aggressiven Chemikalie aus, wurden die dadurch bedingten DNA-Schäden in der stark belasteten Gruppe langsamer wieder beseitigt.
Forschung: Angeline S. Andrew und Margaret R. Karagas, Department of Community and Family Medicine, Dartmouth Medical School, Lebanon, New Hampshire; Jefferey L. Burgess, Department of Environmental and Community Health, University of Arizona, Tucson; und andere
Veröffentlicht in Environmental Health Perspectives, DOI 10.1289/ehp.9008
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Dartmouth Toxic Metals Research
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