Posted in: Klima, Umwelt 25. Mai 2006 12:09 Weiter lesen →

Wüstenstaub trägt Mikroben über den Atlantik

Staubstürme können Mikroorganismen aus der Sahara bis nach Amerika tragen. Darauf deuten Untersuchungen amerikanischer Forscher hin. In Staubproben, die sie über dem Atlantik gesammelt hatten, fanden sie teilungsfähige Bakterien und Pilze, wie sie bereits in der Karibik und in Mali isoliert worden waren.

„Staubstürme verfrachten jedes Jahr schätzungsweise 2,2 Milliarden Tonnen Staub und getrocknetes Sediment durch die Erdatmosphäre“, erläutert Dale Griffin vom US Geological Survey in St. Petersburg, Florida. Die Studie belege, dass auf diese Weise auch Mikroorganismen über große Strecken transportiert werden und dabei auch Trockenheit und intensiver Sonnenstrahlung trotzen könnten.

Griffin und seine Kollegen analysierten Luftproben, die im Frühsommer 2003 an Bord eines Bohrschiffs über dem mittelatlantischen Rücken gesammelt worden waren. Der mit der Luft transportierte Staub enthielt an 24 von 40 Tagen teilungsfähige Mikroben, aus denen sich 26 Bakterien- und 74 Pilzkolonien heranziehen ließen.

Die genetischen Fingerabdrücke zweier Isolate stimmten hundertprozentig mit denen von Isolaten aus Mali überein, berichten die Forscher auf der Jahrestagung der American Society of Microbiology in Orlando, Florida. Eines davon sei ebenfalls in Saharastaub über den Jungferninseln der Kleinen Antillen entdeckt worden.

„Ein Gramm Wüstenboden kann bis zu eine Milliarde Bakterienzellen enthalten“, erläutert Griffin. „Man ist versucht zu spekulieren, dass der transatlantische Staubtransport einen Vektor darstellt, der die Reservoire von Pflanzen- und Tierpathogenen in Nordamerika auffüllt und vielleicht sogar neue Krankheiten bringen könnte.“ Einige Forscher vermuten bereits, dass der Staub aus der Sahara zum Korallensterben in der Karibik beitragen könnte.

Forschung: Dale W. Griffin und M. A. Gray, USGS Center for Coastal and Watershed Studies, St. Petersburg, Florida, und Doug L. Westphal, Naval Research Laboratory, Monterey, Kalifornien

Präsentation auf dem 106th General Meeting of the American Society for Microbiology, Orlando; #Q-375

WWW:
USGS Center for Coastal and Watershed Studies
– Coral Mortality and African Dust
Saharastaub
Satellite Surveillance of Desert Dust Storms

Lesen Sie dazu im Scienceticker:
Staubwolken könnten Bakterien verfrachten
Saurer Wüstenstaub schmeckt Algen

Posted in: Klima, Umwelt
Möchten Sie den Beitrag bewerten?
SchlechtLangweiligGut zu wissenInteressantSpannend! (noch unbewertet)
Loading...

Drucken Drucken


Die Kommentare sind geschlossen.